Vigiljoch - Familienwanderung

By kapfi / Merano & environs / Hiking / 15.01.2016

... denn das Schöne liegt ganz nah

Wenn man sich als Familie im Burggrafenamt aufhält, ist ein Ausflug aufs Vigiljoch sicher ein lohnenswertes und reizvolles Ziel. Vor allem für jene Familien, welche die unglaubliche Vielfalt von naturbelassenen Lebensräumen für sich und ihre Kinder schätzen.

Hier kommen alle Altersschichten voll auf ihre Kosten. Da ist zum einen schon mal die Fahrt mit der Seilbahn aufs Vigiljoch. Väter können mit ihren heranwachsenden Namenshaltern die Stahlbetonpfeiler bestaunen und kleine Genies können sich während der etwa 8 minütigen Fahrt ausrechnen, wie viele Höhenmeter in einer Minute wohl zurückgelegt werden, während man fast unmerklich von 328 auf 1486 Meter ü. d. Meer schwebt. Oben angekommen kann man dann den guten alten Zeiten nachsinnen, als das einfache Leben kein Luxus, sondern knallharter Alltag war.

Nun gilt es sich aber zu entscheiden. Manch einer macht gleich in der gemütlichen Stube des Mountain Resort Vigilius Halt, um einen zweiten Cappuccino oder dritten Macchiato zu genießen. Manch anderer eilt sogleich zum alteingesessenen Sessellift, der deutlich länger als die moderne Seilbahn braucht, um seine Gäste geschätzte 400 Höhenmeter durch würzig duftenden Lärchenwald höher hinauf aufs Joch zu befördern. Sportliche wandern von der Bergstation des "Vigiljocherbahnl" sogleich los. Ob mit oder ohne Kinderwagen, der "34er" bringt alle nach stetig gemächlichem Anstieg zum mittelalterlichen Vigiljocherkirchl. Wer im Sommer an Sonntagen hier her gelangt, hat vielleicht sogar das Glück einer Feldmesse mit holländischem Priester und einigen jocher Urgestalten beiwohnen zu dürfen.

Und wie es nach körperlicher Betätigung meistens so ist, lässt der Hunger nach was Deftigem nicht lange auf sich warten. Da lohnt sich das Weiterwandern zur "Schwarzen Lacke" allemal. Auf dem Weg dorthin entdecken Kinder unter Bäumen und  Büschen Märchenfiguren der Gebrüder Grimm. Und wenn sie dann mit gespannten Augen und gespitzten Ohren den altmodischen Geschichten lauschen, sind "Peppa Pig" und "Shaun das Schaf" plötzlich wie vergessen. Beim Gasthof "Seespitz" wird dann endlich ein jeder Gaumen mit leckerer Hausmannskost verwöhnt, die hausgemachten Kuchen zum guten Schluss sind dann noch das Tüpfelchen auf dem i. Große Leute werden spätestens jetzt zu Sonnenanbetern, wenn das erste Schnapsl die Verdauung fördert und das angenehm kühle Lüftchen durch das Haar weht. Kleine Leute wollen spätestens jetzt gar nicht mehr runter ins Tal.

Das Spielen mit "Steckelen und Tschurtschelen" hat schon so manches Kind zu einem fleißigen Bauer oder Bäuerin mit mindestens 20 Kühen im Stall werden lassen. Gäbe es da nicht diesen ununterdrückbaren Reiz, der sich dann und wann in freier Natur meldet, irgendetwas Essbares zu sammeln oder zu jagen, hätte macher Gast wohl auch noch den Sonnenuntergang beim Biotop genossen.
Doch der Instinkt treibt uns in tiefe Wälder und auf hohe Hügel, um an Schwarzbeerstauden zu pflücken und an Himbeerstauden zu rupfen, an feuchten Waldbodenstellen nach Pilzen zu suchen und am Wegesrand nach Erdbeeren zu hoffen.
Nun ist der Bauch gefüllt mit guten Speisen, der Geist voller schöner Eindrücke und die Seele voller einfacher Zufriedenheit, der Rucksack im besten Falle mit den Zutaten fürs Abendessen oder die Konserven für den nächsten Winter. So wandern wir mit müden Beinen runter zum "Jocherbahnl", das uns ganz unmerklich und leise zurück ins Tal befördert. Ein letzter Blick auf die Dolomiten erfreut unseren Blick und lässt uns ein bisschen stolz werden. Auf unsere schöne Heimat. Denn manchmal liegt das Schöne ganz schön nah.

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