Rennrad Tour Sterzing-Penser Joch-Bozen

By Chris / Valle Isarco / Biking & Mountainbike / 22.07.2015

Eine Radtour zwischen zwei "Welten": von hochalpin bis mediterran

Start: Bahnhof Freienfeld bei Sterzing
Ziel: Bozen (übers Penser Joch und das Sarntal)
Zeit: ca. 3.50 h
Distanz: 72 km
Höhenmeter: 1.250 m Anstieg, fast 2.000 m Abfahrt

Unsere nachmittägliche Tour beginnt in Bozen. Dort parke ich in einem Parkhaus in der Nähe des Bahnhofs (Parkhaus Bozen Mitte) von der Meraner Gegend her kommend mein Auto und nehme vom Bahnhof Bozen den Regionalzug bis nach Freienfeld bei Sterzing (9 Euro Personenticket und 6 Euro für das Fahrrad).
Da man mir weder auf der Website von Trenitalia noch am Schalter am Bahnhof selbst versichern kann, dass sich im Regionalzug auch wirklich ein Platz für mein Rennrad findet (es gibt leider nur einen Abteil für Fahrräder und sobald dieser voll ist heißt es auf den nächsten Zug zu warten) beschließe ich es bereits mit dem Zug um 13.32 zu versuchen. Treffpunkt und eigentlicher Startpunkt der Tour ist mit einem Kollegen von mir um 15 Uhr am Bahnhof in Freienfeld (bei Sterzing), was auch mit dem Regionalzug um 14 Uhr durchaus noch zu schaffen wäre. Sicher ist aber sicher.
In Freienfeld angekommen heißt es erst einmal alles für die Tour vorzubereiten. Trinkflasche, Helm, Go-Pro Kamera für spektakuläre Videos von unterwegs, ein Energieriegel für zwischendurch...alles scheint bereit zu sein.
Unsere Tour beginnt recht gemütlich. Von Freienfeld geht es ca. 5 km der Staatsstraße entlang absolut flach bis nach Sterzing. Nach dem Kreisverkehr bei der Autobahnauffahrt geht es weiter in Richtung Gasteig/Ratschings/Ridnaun und kurz darauf heißt es links in Richtung Penser Joch abbiegen. Insgesamt hat der Pass, lt. "Vorab-Recherche" eine Länge von 16,5 km, wobei die ersten 2 bis 2,5 km jedoch nur sehr leicht ansteigen (ca. 2-3 %). Danach wird das Ganze schon wesentlich anspruchsvoller und der Anstieg bietet keine Verschnaufpausen mehr und beträgt im Durchschnitt über 8%. Während es anfangs noch recht lange durch den Wald geht (was in Anbetracht der aktuellen Hitzewelle absolut von Vorteil ist :-)), führen die letzten 3-4 km über offene Almwiesen und bieten spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Bergwelt bis hinauf auf die Passhöhe.
Nach etwa 2 Stunden Anstieg erreichen wir das Penser Joch. Da im Hintergrund bereits dunkle Wolken aufziehen und es ordentlich zu donnern beginnt (für den Abend wurden wieder stärkere lokale Gewitter hervorgesagt), beschließen wir auf der Passhöhe nur ganz kurz für ein paar Fotos zu halten, uns unsere Windschutzjacken überzuziehen und uns dann umgehend bergab zu stürzen. Die Abfahrt in Richtung Sarntal ist vor allem auf den ersten Kilometern spektakulär, wenn auch technisch recht einfach gehalten, und bietet eine traumhaft schöne Aussicht. Nach einigen Kilomtern beginnt sie jedoch langsam flacher zu werden und die Straße folgt dann stets leicht abfallend dem Sarntal. Einen kurzen Moment lang scheint es als hätten wir die Schlechtwetterfront hinter uns gelassen, jedoch belehrt man uns kurz darauf schon eines besseren und wir finden uns mitten in einem "Platschregen". Da echte Radfahrer aber natürlich nicht aus Zucker sind beeindruckt uns das wenig und wir setzen unsere Abfahrt nach Bozen fort.
In der Hoffnung, dass es auch in Bozen dank des Regens ein wenig abgekühlt hat werden wir nur wenige Kilometer später schon wieder eines besseren belehrt und erblicken talauswärts einen makellos blauen Himmel. Verrückt, wie das Wetter in den Bergen manchmal spielt.  
Der letzte Teil der Abfahrt wird noch einmal deutlich spektakulärer und wird uns sicherlich länger im Gedächtnis bleiben. Teils als Umfahrung eines langen Tunnels der alten Sarner Straße entlang, teils durch schlecht beleuchtete alte Tunnel, sowie einer engen Schlucht zwischen schroffen Felsen folgend, bietet die Straße spannende Momente. Kurz vor Bozen öffnet sich das Tal wieder und nach mehreren spektakulären Burgen scheint es als sei man auf einmal in eine andere Welt eingetaucht. Links und recchts reihen sich Weinberge aneinander, im Hintergrund blühen südliche Bäume und die Luft scheint auf einmal 10 Grad wärmer zu sein. Bozen wird nicht umsonst gerne als die südlichste Seite von Südtirol gepriesen. In Bozen angekommen folgen wir dem Radweg der Talfer entlang, welcher uns fast direkt zu unserem Auto in der Nähe des Bahnhofs bringt.
Mit dem Rennrad von Sterzing nach Bozen...eine Reise zwischen zwei Welten. 

 

Starpunkt unserer Rennradtour ist der Bahnhof in Freienfeld (bei Sterzing). Von hier sind es knapp über 70 km bis nach Bozen.

Der Anstieg aufs Penser Joch ist insgesamt 16,5 km lang. Die ersten 2-2,5 km sind aber fast flach, daher gilt es in etwa 14 km über 1.200 Höhenmeter zurückzulegen, was einer durchschnittlichen Steigung von fast 9% entspricht.

Nach dem Penser Joch geht es erst einmal bergab um dann anschließend dem Sarntal stets leicht abfallend bis nach Bozen zu folgen.

Vor allem das letzte Stück der Abfahrt (kurz vor Bozen) bietet noch einmal spektakuläre Eindrücke. Auf den Radler warten eine Reihe von alten, teilweise nur schwach beleuchteten Tunnels, sowie schroffe Felsformationen links und rechts des schmalen Tals.

In Bozen angekommen scheint es als würde man in eine völlig andere Welt eintauchen. Südlicher Flair und heiße Temperaturen lassen echtes Sommerfeeling aufkommen.

Entlang der Talfer geht es bis ins Zentrum der Stadt und zu unserem Auto in der Nähe des Bahnhofs.


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